Bereits gestern hatte die Topzeitung in einem ausführlichen Artikel über den Staatsbesuch von Donald Trump und seiner Delegation, bestehend aus namhaften US Wirtschaftsführern, aus China berichtet. Es wurde dabei die Frage aufgeworfen, ob der US Präsident im Prinzip als Bittsteller angereist ist.
Denn Eines ist inzwischen klar, die USA braucht China weit mehr, als China auf die Unterstützung, oder gar das Wohlwollen der USA angewiesen ist. Es wird sich zeigen, ob die US Delegation deshalb überhaupt in der Lage sein wird, mit einigen kleinen Deals wieder nach Hause zu reisen. Mehr als das vage Versprechen ein paar Boeing Flugzeuge, sowie wieder Sojabohnen zu kaufen, wird laut dem HITT (Human Invest Think Tank) kaum dabei herauskommen. Und auch geostrategisch wird nahezu alles beim alten bleiben.
Das Treffen zwischen US‑Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping wurde deshalb von beiden Seiten zuerst einmal als Zeichen der Kooperation inszeniert. Doch hinter der Fassade bleiben die Konflikte bestehen. Drei Experten ordnen die Lage ein: Elisabeth Schmidt (ZDF‑Korrespondentin in Peking), Prof. Sebastian Heilmann (China‑Experte, Universität Trier) und Sandra Navidi (US‑Expertin, N‑TV).
Inszenierte Nähe
Schmidt beschreibt die Begegnung als „freundlich und harmonisch“, jedoch klar orchestriert. Die Bilder sollen Vertrauen schaffen, doch die Differenzen, vor allem in der Taiwan‑Frage, bleiben bestehen.
Wirtschaftliche Interessen
Schmidt betont das Misstrauen der USA gegenüber Chinas Industriepolitik und Subventionen. Heilmann verweist darauf, dass China auf die Abhängigkeit der USA von Lieferketten setzt, während Washington Taiwan als Schlüssel für die Halbleiterindustrie betrachtet.
Handelskonflikt
Schmidt sieht klare Regeln für Technologietransfer und Marktzugang als Voraussetzung für ein Ende des Streits. Heilmann hebt hervor, dass Trump kurzfristig in Deals denkt, Xi hingegen langfristig strategisch, eine Lösung ist daher schwer erreichbar.
Geopolitische Dimension
Heilmann warnt, dass China die US‑Konflikte mit Iran nutzen könnte, um sich als Vermittler zu positionieren und Energieimporte zu sichern. Schmidt sieht Europa außen vor und dadurch stärker abhängig von chinesischer Diplomatie.
Hier der Filmbeitrag des deutschen ZDF mit Elisabeth Schmidt und Prof. Peter Heilmann:Sandra Navidi ergänzt diese Sicht mit einer deutlichen Kritik an Trump: Sie bezeichnet sein Auftreten gegenüber Xi als „extrem unterwürfig“. Ihrer Analyse nach ist die US‑Wirtschaft durch den Iran‑Konflikt geschwächt, während China enge Beziehungen zu Teheran pflegt. Dadurch gerät Washington in eine geopolitische Defensive, die Trump durch demonstrative Nähe zu Xi zu kompensieren versucht.
Hier der Filmbeitrag des deutschen Senders N-TV mit Sandra Navidi:
Sandra Navidi ist eine international bekannte Finanzexpertin und Gründerin der Beratungsfirma BeyondGlobal in New York.
Sie berät Unternehmen und Institutionen zu geopolitischen und wirtschaftlichen Fragen und ist Autorin mehrerer Bücher über die Machtstrukturen der globalen Finanzwelt.
Ihre Rolle bei N‑TV ist eher ergänzend – entscheidend ist ihre langjährige Arbeit in den USA, wo sie als Analystin und Kommentatorin anerkannt ist.
Taiwan und Europa
Heilmann betont, dass eine gewaltsame Übernahme Taiwans massive Folgen für Europa hätte, insbesondere wegen der Chipindustrie. Schmidt weist darauf hin, dass Europa bislang eine gemeinsame Linie fehlt und die Abhängigkeit von China bestehen bleibt.
Fazit
Das Treffen zwischen Trump und Xi ist weniger ein Durchbruch als eine strategische Inszenierung. Hinter der Fassade bleibt der Konflikt um Taiwan ungelöst. Für Europa bedeutet das ein gefährliches Dilemma – wirtschaftlich abhängig von China, sicherheitspolitisch auf die USA angewiesen. Navidi unterstreicht: Trumps Auftreten zeigt die Schwäche der USA im Iran‑Konflikt und die wachsende Bedeutung Chinas als geopolitischer Partner.
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