Sie war das Symbol des französischen Wirtschaftswunders, ein Kultobjekt für Generationen und der Inbegriff des pragmatischen Automobils: Der Citroën 2CV – in vielen Ländern liebevoll „Die Ente“ genannt. Nun hat der Mutterkonzern Stellantis die Katze aus dem Sack gelassen. Nach über 35 Jahren Produktionsstopp kehrt die Ente zurück. Als reines Elektroauto, gebaut in Europa, und zu einem Preis, der die gesamte Branche das Fürchten lehren dürfte.

Von der Redaktion der Top Zeitung

Es war der Paukenschlag auf dem jüngsten Stellantis Investor Day im amerikanischen Michigan: Citroën-Chef Xavier Chardon trat vor die Investoren und verkündete offiziell das Comeback des wohl ikonischsten Modells der französischen Automobilgeschichte. „Der 2CV ist zurück!“, verkündete Chardon selbstbewusst. Unter dem Namen Citroën ë-2CV Duck soll das Fahrzeug ab Anfang 2028 die Straßen erobern und eine Lücke schließen, die von der europäischen Autoindustrie in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt wurde: bezahlbare Mobilität für jedermann.

Radikaler Minimalismus mit High Tech Komfort: Ein Volksauto für das 21. Jahrhundert

Das historische Vorbild, das 1948 auf dem Pariser Autosalon debütierte, war kein Auto für Prestige oder Status. Die Ente war eine rollende Unabhängigkeitserklärung – einfach zu reparieren, unverwüstlich, günstig im Unterhalt und maximal reduziert. Und genau diese Philosophie soll auch das elektrische Erbe der Ente prägen. Chardon positioniert das neue Modell als bewussten Gegenentwurf zu den immer größer, schwerer und technisch überladeneren Elektro-SUVs der Gegenwart. Technologie dürfe kein Selbstzweck sein, sondern müsse das Leben der Menschen verbessern und vor allem bezahlbar bleiben.

Die wichtigste Botschaft für die Verbraucher lautet daher: Der Einstiegspreis soll bei 14.800 Euro liegen. Damit unterbietet Citroën sogar den hauseigenen Hoffnungsträger, den frisch eingeführten Kleinwagen ë-C3.

Der Citroën ë-2CV (die Ente 2026) wird das Volksauto im 21. Jahrhundert

Enten Design: Die Einfachheit der Moderne

Obwohl das fertige Fahrzeug erst im Oktober dieses Jahres auf dem Pariser Autosalon komplett enthüllt wird, lassen erste Teaser-Bilder und "geheime" Insider-Fotos bereits klar erahnen, wohin die Reise geht. Der neue ë-2CV Duck wird alles andere als ein ein Retro-Spielzeug, sondern transportiert die unverkennbaren Gene des Originals in die Neuzeit. Dies jedoch auf den ersten Blick unsichtbar und äußerst subtil.

Ein echtes Volksauto des Jahres 2026 wie es heutzutage sein sollte. Es gibt dabei eine charakteristisch gewölbte, sehr sanft abfallende Frontpartie und moderne runde LED-Scheinfenster, die dem Wagen das sympathische „Gesicht“ der Ente verleihen sollen.

Gebaut wird der neue Stromer im Stellantis-Werk im italienischen Pomigliano d'Arco bei Neapel – dort, wo derzeit noch der Fiat Panda vom Band läuft. Eine klare Absage an die Produktion in Asien und ein starkes Bekenntnis zum Industriestandort Europa.

Der Citroën ë-2CV (die Ente 2026) zeigt sich von hinten

Einordnung: Wo ordnet sich die E-Ente ein?

Um die Dimensionen zu verstehen, lohnt ein Blick auf das aktuelle Portfolio von Citroën. Viele urbane Pendler kennen bereits den winzigen Citroën Ami (in Deutschland auch als Opel Rocks Electric bekannt). Dieser würfelförmige Zweisitzer kostet zwar unter 9.000 Euro, ist aber mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und einer Reichweite von 75 Kilometern ein reines Leichtkraftfahrzeug für Jugendliche ab 15 Jahren und den extremen Nahverkehr.

Der neue ë-2CV Duck hingegen wird ein vollwertiges, viersitziges Automobil. Er wird die neue, von der EU geplante Regulierungskategorie „M1E“ für vereinfachte Kleinst-Elektroautos nutzen, die weniger bürokratischen und regulatorischen Ballast vorschreibt und damit die enormen Produktionskostensenkungen erst möglich macht.

Große Rätselrate: Welcher Akku steckt in der neuen Ente?

Da Stellantis mit konkreten technischen Daten noch bis zum Herbst hinter dem Berg hält, schießt die Gerüchteküche in der Fachwelt bereits hoch. Besonders auch in China, wo man wegen der neuen europäischen Konkurrenz im Kompakt-Segment sogar ein klein wenig besorgt ist. Wie schafft es Citroën, ein vollwertiges E-Auto in Europa für einen verkaufspreis von unter 15.000 Euro zu produzieren? Die Antwort liegt unweigerlich in der Batterie- und Plattformstrategie. Ein Blick auf die technischen Optionen lässt laut dem HITT (Human Invest Think Tank) plausible Vermutungen zu:

  • Die LFP-Zellchemie als Schlüssel: Um den Kampfpreis zu realisieren, wird Citroën nahezu garantiert auf Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) setzen. Diese sind in der Herstellung drastisch günstiger als klassische NMC-Akkus (Nickel-Mangan-Cobalt), kommen komplett ohne teures Kobalt aus und gelten zudem als extrem langlebig und sicher – perfekt für ein robustes Alltagsauto.
  • Die Kapazitäts-Vermutung: Der größere Bruder, der Citroën ë-C3, nutzt in seiner Basisversion einen Akku mit knapp 30 kWh Kapazität, was für gut 200 Kilometer Reichweite nach WLTP sorgt. Da die Ente jedoch kleiner, aerodynamischer geformt und vor allem durch neueste Materialien deutlich leichter sein wird (ganz im Sinne des historischen Leichtbaus), spekulieren Experten, dass Citroën mit einer Batteriegröße von ca. 25 bis 28 kWh planen könnte.
  • Reichweite und Leistung: Mit einem solchen Akku und einem hocheffizienten, im Vergleich zu Oberklasse-Stromern bewusst kleiner dimensionierten Elektromotor (vermutlich um die 45 bis 60 kW / 60 bis 80 PS) dürfte die E-Ente eine reale Alltagsreichweite von rund 300 Kilometern erzielen. Auch für die Autobahn wird die Höchstgeschwindigkeit locker reichen, das primäre Revier bleibt jedoch der Pendel- und Regionalverkehr. Zudem dürfte das Laden an der heimischen Wallbox oder einer normalen Steckdose im Fokus stehen, um teure Hochleistungs-Ladesysteme im Fahrzeug einzusparen.
Innenansicht des Citroën ë-2CV (die Ente 2026) in der Variante Grand Chic

Fazit: Das spannendste Projekt der kommenden Jahre

Mit der Ankündigung des ë-2CV Duck beweist Citroën Mut. Statt den x-ten Elektro-Panzer für die Oberschicht zu entwickeln, besinnt sich die Marke auf ihre historischen Wurzeln: bezahlbare Mobilität, die durch technologisch hochstehendem Minimalismus begeistert. Wenn es den Franzosen gelingt, den Charme der alten Ente mit modernster, alltagstauglicher E-Technik zu kreuzen und das Preisversprechen von unter 15.000 Euro zu halten, steht uns 2028 nicht weniger als eine echte Demokratisierung der Elektromobilität bevor.

Die Top Zeitung bleibt für Sie am Ball: Spätestens im Oktober, wenn in Paris die Hüllen fallen, wissen wir mehr!